Eine deutsche Pflanzenzüchtungsstrategie? Von Eigentumsrechten, freiem Saatgut, Oligopolen und Genome Editing

Bildschirmfoto 2016-06-01 um 18.16.22Foto oben: Die geladenen Experten in der Anhörung des parlamentarischen Beirats im Bundestag zum Thema Pflanzenzüchtung. Das Foto stammt aus der Live-Übertragung des Parlementsfernsehens.


Gestern Abend gab es eine Anhörung des parlamentarischen Beirats im Bundestag zum Thema Pflanzenzüchtung. Als Experten geladen waren Carl-Stephan Schäfer vom Bundesverband deutscher Pflanzenzüchter, Peter Latus vom Bundesamt für Landwirtschaft aus der Schweiz, Christoph Then von Testbiotech sowie Stig Tanzmann von Brot für die Welt. Sie erläuterten jeweils die wichtigen Aspekte, die ihrer Meinung nach einer deutschen Pflanzenzüchtungsstrategie berücksichtigung finden müssten. Um es gleich vorwegzunehmen: alle waren der Meinung, dass eine deutsch Strategie für Pflanzenzüchtung zu befürworten ist. Es zeigten sich aber auch klare Differenzen darüber, was die entscheidenden Handlungsfelder einer möglichen Züchtungsstrategie sein sollten. Weiterlesen

Was ändert sich durch CRISPR/Cas-Genome-Editing?

Sollten wir Europäer unsere Einstellung zur Gentechnik überdenken? Die neuen gentechnischen Instrumente, wie Genom Editing bieten möglicherweise ein großes Potential für die ökologische Zucht. Bartosz beschäftigt sich mit diesen Fragen in seinem neusten Artikel auf Skeptische Ökonomie. Besonders relevant fände ich die Verknüpfung dieser neuen Gentechnik mit dem open source Gedanken, der im Bereich der Software mittlerweile eine weite Verbreitung gefunden hat.

Skeptische Ökonomie

Schon mal von Genome Editing oder CRISPR/Cas gehört? Nein? Dann wird mal Zeit.

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Naturidentische Gentechnik: kein Zulassungsverfahren für Genom Editing Champignons in den USA

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Champignons_AgaricusFoto links: Zuchtchampignons (Agaricus bosporus), die man in jeder Gemüseabteilung von Supermärkten findet. Fotograf Darkone, Quelle Wikimedia commons.


Nun ist es so weit. Die oberste amerikanische Agrarbehörde USDA hat entschieden, dass ein Zucht-Champignon (Agaricus bisporus), der mit der neuen Genome Editing Methode CRISPR/Cas konstruiert wurde, keine spezielles Zulassungsverfahren passieren muss, um kommerziell angebaut und vermarktet zu werden. Ein besonderes Labeling des genetisch veränderten Pilzes ist ebenfalls nicht erforderlich. Damit wird der neue Pilz behandelt wie eine normale Pilzsorte, die durch konventionelle Züchtung entstanden ist. Bald also könnte die bahnbrechende Technik des Genome Editing auf amerikanischen Tellern landen.

Der Pflanzenpathologe Yinong Yang von der Pennsylvania State University hat bei dem Zucht-Champignon mittels CRISPR (sprich „krisper“) lediglich ein paar Basenpaare aus einem Gen für das Enzym Polyphenoloxidase herausgeschnitten. Dieses Enzym verursacht die altersbedingte Bräunung der hellen Champignons, insbesondere, wenn sie in verarbeiteten Produkten angeschnitten werden. Da der…

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Die Koch-Hypothese: warum uns das Kochen zu Menschen machte

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Australopithecus_afarensis_reconstruction (1)Foto links: Rekonstruktion des Schädels von Australopithecus afarensis. Gut erkennbar sind die massiven Knochenwülste, die als Ansatzstelle für die ausgeprägte Kiefermuskulatur dienten. Dies ist ein Indiz für eine überwiegend harte, pflanzliche Rohkost. Quelle: Wikipedia. Autor Pbuegler.


Nach vielen praktischen Experimenten insbesondere mit der Fermentation möchte ich mich an dieser Stelle mal wieder mehr wissenschaftlich mit einem wichtigen Thema beschäftigen: dem Kochen. Das Kochen ist für viele Menschen eine eher lästige Alltagstätigkeit, die man schnell hinter sich bringen möchte. Andere wiederum genießen das Kochen gemäß dem Slow Food Ansatz und nutzen es als erholsames Hobby und zum Entspannen. Für anspruchsvolle professionelle Köche wiederum ist das Kochen eine hohe handwerkliche Kunst, die jahrelange Erfahrung und leidenschaftliche Hingabe erfordert.

Das Kochen hat aber möglicherweise eine noch viel fundamentalere Bedeutung. Die Kulturtechnik des Kochens hatte vermutlich eine Schlüsselrolle bei der Entstehung der menschlichen Spezies. Die Entstehung unserer im Tierreich doch ziemlich einzigartigen kognitiven…

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Was ist Gentechnik?

Skeptische Ökonomie

Die Krautreporter haben einen sehr spannenden Text von Nathanael Johnson von Grist übersetzt, der der Frage nachgeht, ob man Gentechnik klar definieren kann. Antwort: nein, nicht ohne sich selbst ins Knie zu schießen.

Über gentechnisch veränderte Organismen wird heiß diskutiert. Aber selten halte wir inne, um eine grundlegende Frage zu stellen: Gibt es überhaupt diese GVOs? Das ist eine wichtige Frage, denn niemand in dieser Diskussion kann wirklich sagen, was genau ein solcher Organismus ist. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass „GVO“ ein kulturelles Konstrukt ist. Es ist schlichtweg eine Metapher. Wir verwenden sie, um über eine Reihe von Ideen zu sprechen. Sie lässt sich nicht genau einer klaren Kategorie der realen Welt zuordnen. [mehr]

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Lebensmittel und Genome Editing: die Gentechnik-Revolution auf Feld und Teller?

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A_brown_ewe_portraitLinks seht ihr ein Shetland Schaf. Es hat durch seine natürliche genetische Ausstattung bedingt keine Hörner. Von Jim Champion, lizensiert durchr CC BY-SA 2.0 via Commons, Quelle.


Mittlerweile hat sich die erste Generation der Gentechnik bei einigen Kulturpflanzen, wie Mais, Soja, Baumwolle und Raps vor allem in Amerika und Teilen Asiens etabliert. Über 80 Prozent des weltweiten Sojaanbaus bestehen mittlerweile aus gentechnisch veränderten Organismen. Vor kurzem wurde eine Lachssorte als erstes gentechnisch verändertes tierisches Lebensmittel zugelassen. Neben diesen sichtbaren Aspekten hat sich die Gentechnik aber auch durch die Hintertür auf unsere Teller geschlichen. Viele Lebensmittelzusatzstoffe, wie Vitamin C, Glutamat und Vitamin B12 in veganen Produkten werden durch gentechnisch veränderten Mikroorganismen erzeugt. Hinzukommen viele gentechnisch erzeugte Enzyme, die im finalen Lebensmittel nicht mehr nachweisbar sind (und vor allem auch nicht deklarationspflichtig) aber beim Herstellungsprozess eine wichtige Rolle spielen insbesondere bei Brötchen, Brot und Käse.

Allerdings war das…

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2016 wird das internationale Jahr der Hülsenfrüchte

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2015-07-09 16.47.50Links seht ihr eine Schote mit Dicken Bohnen, die in dieser Saison in unserem Gemeinschaftsgarten Querbeet gewachsen sind.


Die UN Generalversammlung hat das Jahr 2016 zum internationalen Jahr der Hülsenfrüchte erklärt. Solche Verkündigungen gibt es am laufenden Band: „Das Jahr der biologischen Vielfalt„, „Das Jahr der Wälder“ und vieles mehr. Das Jahr der Hülsenfrüchte finde ich aber eine besonders gute Idee. Ich habe eine Vorliebe für Dicke Bohnen, Linsen und Kichererbsen und habe in dieser Gartensaison mit einer alten Sorte Dicker Bohnen, der Leipziger Winterbohne, experimentiert. Außerdem sind Hülsenfrüchtler ein wichtiger Teil einer fleischlosen oder fleischreduzierten Ernährung, die ich absolut befürworte.

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